Die Zunft

 
 

Heidazunft-Porträt 2016 und Geschichte der Heidazunft

 

1) Heidazunft-Porträt 2016

 
 
 
 
 
 

2) Die Geschichte der Heidazunft

(verfasst im April 2008, überarbeitet im Mai 2014 von Hans-Peter Kuonen, Alt-Zunftmeister)                         

 

                                                             lm Wallis sind d Liit
                                                             ôü scho z där Ziit
                                                             schee gmerkigi gsii,
                                                             wenn s gangu ischt
                                                             fer is Schluckje Wii.
                                                             D Chriegschnächta heint d Räbe bisungu
                                                             und hüüfna Setzliga heimgibrungu.

                                                             In d Sunnusiita
                                                             heint sch schi gsetzt
                                                             und schi sofort
                                                             tichtig gnetzt
                                                             „Jetz soli der Herrgott
                                                             wiiter wâlte,
                                                             är bchennt schi üs
                                                             in iischu Halte!"
                                                             heint sch gseit
                                                             und voll Freid
                                                             uf di Triibel gwartut.
                                                             An jedum Ort und jedum Hang
                                                             dem lengu, wiltu Rottu entlang
                                                             heint Räbe
                                                             hüüfuwiis agfangu Iäbe.*

 

A)    Entstehung der Heida Zunft

Dem Berg- und Heidadorf Visperterminen wurde in den vergangenen Jahren der Titel ,Höchster Weinberg Europas' immer wieder streitig gemacht, da viele der höchst gelegenen Parzellen des Terbiner Rebberges brach lagen. Die damalige Gemeindeverwaltung nahm diese Stimmen ernst und beriet darüber, was man unternehmen könnte, um den höchsten Rebberg Europas ,Obri Riebe' erhalten bzw. um den Titel retten zu können.

Mit dem ,Fonds Landschaft Schweiz' fand die Gemeinde schliesslich einen Geldgeber, der bereit war, Geld zur Verfügung zu stellen, um den höchsten Weinberg ,Obri Riebe' wieder in Stand stellen zu können. 1997 wurde mit den ersten Arbeiten begonnen, indem die Trockenmauern neu erstellt und die Rebparzellen umgebrochen wurden. Zudem wurden teilweise Leitungen für die Bewässerung verlegt. Zum Schutz vor Wildtieren wurde schliesslich ein Drahtzaun errichtet. Damit waren an und für sich alle Voraussetzungen erfüllt, um die Parzellen wieder anzupflanzen. Insgesamt wurde ein Betrag von rund Fr. 150'000.-- in den Rebberg investiert. In der Folge waren indessen nicht alle Eigentümer bereit, die Parzellen wieder zu bepflanzen, so dass man das ursprünglich gesteckte Ziel nicht erreichte.

Pirmin Heinzmann, damaliger Kellermeister in der St. Jodernkellerei von Visperterminen, dem die brachliegenden Parzellen ebenfalls seit langem ein Dorn im Auge waren, wusste im Winter 1998/1999 weitere fünf Interessierte zu überzeugen und zu begeistern (Oswald Gottsponer, Medard Furrer, Herbert Imboden, Peter Salzmann und Hans-Peter Kuonen), gemeinsam die brachliegenden Parzellen neu zu bepflanzen. Sein Ziel bestand darin, die Erhaltung des höchsten Weinberges Europas doch noch zu verwirklichen. Nach lebhaften Diskussionen über die Vorgehensweise entschloss man sich schliesslich, eine Zunft zu gründen und im Namen der Zunft die brachliegenden Parzellen zu erwerben, umzubrechen und neu anzupflanzen. Jedes Zunftmitglied sollte einen eigenen Rebstock erwerben können.

Am 10. Februar 1999 fand unter den nachmaligen Zunftgründern die erste Sitzung statt und Oswald Gottsponer wurde zum Vorsitzenden und Peter Salzmann zum Protokollführer bestimmt. In der Folge fanden mit den in Frage kommenden Parzellenbesitzern Gespräche über den Erwerb der Parzellen statt. Am 13. April 1999 waren die vorgenannten Gründer erstmals mit dem notwendigen Werkzeug (Karst, Schaufel, Pickel, Tschifra) ausgerüstet im Rebberg unterwegs, um mit dem Umbrechen der Parzelle Nr. 430 (280 m2) zu beginnen. Da die Zunft noch nicht gegründet war und noch keine finanziellen Mittel vorhanden waren, wurden die ersten 250 Heida Rebsetzlinge und die dazu notwendigen Holz-Rebstichel von der St. Jodernkellereifinanziert. Nachdem der zukünftige erste Zunftrat die Vorarbeiten geleistet hatte, wurden am 18. Mai 1999 bereits mit weiteren Interessierten die ersten Heida-Rebsetzlinge im höchsten Weinberg Europas auf einer Höhe von rund 1100 Meter über Meer gepflanzt. Der Terbiner Weinberg erstreckt sich somit heute wieder von 660 m vom Talgrund (Fluss Vispa) bis auf die genannte Höhe.

Am 9. Juni 1999 kam es schliesslich in der St. Jodernkellerei in Visperterminen zur Gründungsversammlung der ,Heida Zunft zum höchsten Weinberg', an der 27 zukünftige Zünfterinnen und Zünfter teilnahmen. Peter Salzmann als Tagesvorsitzender leitete die Versammlung. Oswald Gottsponer wurde zum ersten Zunftmeister und die restlichen Gründer in den ersten Zunftrat gewählt. Weiter wurden die Zunftsatzungen beraten und schliesslich genehmigt. Vorgängig der Versammlung wurden im Rebberg „Obri Riebe“ die ersten Rebstöcke für die anwesenden Zunftmitglieder ausgelost und an die neuen Mitglieder vergeben, indem gleichzeitig die Namensschilder bei den Rebstöcken gesetzt wurden. Damit war die „Heida Zunft zum höchsten Weinberg“ „geboren".

                                                           Wâ Wii waggst
                                                           het s liebi Liit.
                                                           Räbe tientsch pflanzu
                                                           und lachu und tanzu.*

B)    Zunftmitgliedschaft

An der am 19. November 1999 durchgeführten ersten ordentlichen Zunftversammlung zählte die Heida Zunft bereits 110 Mitglieder, worunter sich 11 Zünfterinnen und zwei Ehepaare befanden. Da die Mitgliederzahl sehr rasch anwuchs und an der vierten ordentlichen Zunftversammlung vom 2. November 2002 die Zahl von 209 erreicht hatte, beschloss der damalige Zunftrat, einen Neumitgliederstopp einzuführen. Interessenten, die um einen Eintritt in die Heida Zunft nachsuchten, wurden danach auf eine Warteliste gesetzt.

Seit der Gründung der Zunft sind mehrere Zunftmitglieder verstorben und andere sind ausgetreten. Zudem erfolgten zwischendurch immer wieder Neuafnahmen, so dass der Bestand anlässlich der Zunftversammlung vom 26. Oktober 2013 den Höchststand von 270 Mitgliedern erreichte (dazu weiter unten).

Die Zunftmitglieder setzen sich aus allen Berufs- und Altersschichten zu-sammen. Wir finden Handwerker, Akademiker, Angestellte, Selbständig-erwerbende, Männer und Frauen, Junge und ältere Semester, Ledige, Verheiratete und mehrere Ehepaare. Unter den Mitgliedern sind schliesslich Walliser, Heimwehwalliser, Deutschschweizer und Personen, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, zu finden. Besonders zu erwähnen ist, dass aktuell insgesamt  47 Frauen Mitglieder der Heida Zunft sind.

Wer Mitglied der Heida Zunft werden und einen eigenen Rebstock erwerben will, hat ein Eintrittsgeld im Betrag von Fr. 1'000.- zu leisten. Wiederkehrende Jahresbeiträge waren ursprünglich nicht vorgesehen. Aufgrund der etwas in Schieflage geratenen Finanzen (getätigte Investitionen) wurde anlässlich der Zunftversammlung vom 30. Oktober 2010 beschlossen, einen Jahresbeitrag von Fr. 100.-- einzuführen. Dieser Betrag kann durch Leistung eines ‚Räbwärchs‘ abgegolten werden.

An der jährlichen ordentlichen Zunftversammlung erhält jedes Zunftmitglied eine Flasche Heida Zunftwein. Die Zunftetikette trägt den Namen des jeweiligen Zunftmitgliedes sowie den Wein-Jahrgang.

 

                                                           Wâ Wii waggst
                                                           het s luschtigi Liit.
                                                           Tient trummu und pfiifu
                                                           und di Puttini griifu.*

C)   Räbwärch

Die Zunftmitglieder werden zu Beginn des Jahres zum Räbwärch (Rebarbeit) eingeladen und müssen sich für die an Samstagen und am Mittwochabend stattfindenden Arbeiten anmelden. Sämtliche während eines Jahres anfallenden Rebarbeiten (mit Ausnahme der Behandlung gegen Krankheiten) werden von den Zunftmitgliedern an drei Samstagen und rund 6-8 Mittwochabenden (je nach Arbeitsanfall) gemeinsamausgeführt. Am Samstag wird jeweils um 09.00 Uhr zur Arbeit gerufen und das Mittwochabend Räbwärch dauert von 17.00 Uhr bis ca. 19.30 Uhr. Neben der Arbeit soll beim Räbwärch auch die Pflege der Kameradschaft unter den Zunftmitgliedern nicht zu kurz kommen. Dies kommt vor allem beim Räbwärch am Samstag zum Tragen, wenn zum Mittagessen nach getaner Arbeit ein Aperitif und anschliessend die ,Räbwärch-Suppa' serviert wird, aber auch am Mittwochabend Räbwärch, das jeweils mit einem gemütlichen „Z'Abund" endet, gibt's noch Zeit für einen ,Rätsch'. An Samstagen erscheinen in der Regel 45 bis 60 Mitglieder, während am Mittwoch im Schnitt mit bis zu 25 Zünfterinnen und Zünftern zu rechnen ist. Wer während des Jahres nie zum Räbwärch antritt, hat den Jahresbeitrag von Fr. 100.- in die Zunftkasse zu zahlen.

                                                         Wâ Wii waggst

                                                         Het s gschaffigi Liit.

                                                         Schi wärchunt fer d Erbu,

                                                         willsch vil z früe miessunt schtäärbu.*

 

D)   Zusammenarbeit mit der St. Jodernkellerei

Bald nach der Gründung stellte die Heida Zunft bei der St. Jodernkellerei ein Gesuch um Aufnahme in die Genossenschaft. Diesem Gesuch wurde mit Entscheid vom 7. September 1999 entsprochen, so dass die Heida Zunft seither Mitglied der Genossenschaft der St. Jodernkellerei ist und ihr Traubengut als gewöhnliches Genossenschaftsmitglied in der Kellerei ablie-fern kann. Zudem wurde mit der Kellerei vereinbart, dass der Kellermeister das Traubengut der Zunft für diese in einem zunfteigenen Holzfass vinifiziert, d.h. der Zunftwein stammt somit nur von Zunft eigenen Trauben. Das in der St. Jodernkellerei stehende und mit dem Logo der Heida Zunft versehene Eichenfass fasst rund 415 Liter und wurde von Zunftschwester und -bruder Esther Neff und Kurt Müller gestiftet.

                                                             Am Morgund
                                                             is Glesje
                                                             fer dich üüfzschtellu
                                                             und am Mittag zwei.
                                                             Aber am Abund
                                                             heerüüf schi z zellu.*

 

E)   Rebparzellen

Nachdem im September 1999 die ersten Rebparzellen im Namen der Heida Zunft erworben wurden (teils in Abgeltung durch Mitgliedschaft, teils durch Barzahlung), ist die Heida Zunft inzwischen stolze Eigentümerin von neun Parzellen mit einer Gesamtfläche von 2379 m2, wovon 1437 m2 mit insgesamt 1348 Rebstöcken besetzt sind. Alle Parzellen sind satzungs-gemäss mit Heida Reben bepflanzt. Dazu wird noch eine Parzelle gepachtet.

Die zwei Parzellen (Nr. 430 Erschti Zunftegga und Nr. 421 Zweiti Zunftegga) sind für das Setzen der Namensschilder der Zunftmitglieder reserviert. Bei der Vergabe der Rebstöcke an die Mitglieder geht man so vor, dass der Zunftrat anlässlich der Aufnahme von Neumitgliedern diesen jeweils einen Rebstock zulost und das Neumitglied darf dann bei seinem erstmaligen Antritt zum Räbwärch die Namensplakette bei seinem Rebstock setzen.

Anlässlich der Zunftversammlung vom 27. Oktober 2012 hat die Versammlung beschlossen, die Mitgliederzahl der Heida Zunft auf die mögliche Anzahl Rebstöcke in den Parzellen Nr. 430 (Erschti Zunftegga) und Nr. 421 (Zweiti Zunftegga) zu beschränken. Damit beträgt die Höchstmigliederzahl der Heida Zunft gemäss Satzungen 270 Mitglieder. Dieser Stand wurde mit der letzten Neumitgliederaufnahme an der Zunftversammlung vom 26. Oktober 2013 erreicht.

Die Nummerierung der Rebstöcke erfolgt in der Parzelle Nr. 430 (Erschti Zunftegga von links nach rechts und von unten nach oben, in der Parzelle Nr. 421 (Zweiti Zunftegga) von rechts nach links und ebenfalls von unten nach oben.

Die Parzelle Nr. 429 (Himmlrich) wurde 2007 maschinell umgebrochen und ist für den Ehrenrebstock und die zusätzliche Rebe für die Batilluorden-Mitglieder vorgesehen. Diese Parzelle wurde wegen ihrer Steilheit quer terrassiert.

Damit die Zunftmitglieder die an verschiedenen Orten gelegenen Parzellen der Heida Zunft schneller finden, wurde den einzelnen Parzellen ein von der Zunftversammlung vorgeschlagener Name gegeben. So nennt sich heute die oberste bepflanzte Parzelle ‚Himmlrich‘. Die weiteren Namen lauten: Erschti Zunftegge; Zweiti Zunftegga, Drahtfachji, Z’chlei Fachji, Sunnegga; Fuxtritt, Schlämpo, Meitjibitzji.

Ein negatives Ereignis im Zusammenhang mit den Rebparzellen und den Namensschildern darf nicht unerwähnt bleiben: Anfang April 2003wurden sämtliche Namensschilder aus den Parzellen entwendet und konnten trotz Strafanzeige nicht mehr aufgefunden werden. Welcher Narr und Neider (oder waren's mehrere) mag da wohl am Werk gewesen sein? Unser erster Zunftmeister Oswald war für den Ersatz der Namensschilder besorgt.

Die ersten ,Wimden' der Heida Zunft fanden am Samstag, 3. November 2001 statt. Ein erster Überschussan Traubengut konnte bei der Ernte 2006 verzeichnet werden, der an die Kellerei abgeliefert wurde. Ein Überschuss wird der Heida Zunft, wie allen anderen Genossenschaftsmitgliedern auch, zum üblichen Preis entschädigt.

                                                           Triich so lang
                                                           eppis z triichu hescht,
                                                           bischt Iuschtigs und gfreids!
                                                           Ob s im Himmel
                                                           z triichu git,
                                                           ischt no lang nid gseits!*

 

F)   Zunft-Rebhaus

Der Bau eines Rebhauses stand bereits seit längerer Zeit auf der Wunschliste des Zunftrates. So beschloss er an seiner Sitzung vom 28. September 2000, oberhalb des Rebberges auf zunfteigenem Boden ein Rebhaus zu erstellen. Man ging von einem Kostendach von rund Fr. 90'000.- aus. Nachdem die Zunftversammlung ,grünes' Licht erteilt hatte, wurde Zunftbruder Franz Studer als Architekt beauftragt, entsprechende Pläne auszuarbeiten. Ein erstes Vorprojekt wurde bereits im Oktober 2000 bei der Gemeinde Visperterminen eingereicht. Mit dem von der Zunft vorgeschlagenen Standort auf zunfteigenem Boden oberhalb der bisher angepflanzten Parzellen konnte sich die Gemeinde Visperterminen nicht einverstanden erklären. In Zusammenarbeit mit den Vertretern der beiden Bodeneigentümer, Gemeinde Visperterminen und Burgergemeinde Visp, wurde schliesslich ein Ersatzstandort gefunden, indem man sich auf den heutigen Standort ,uf der Egga', auf der Grenze der beiden Gemeinden einigte. Der heute beanspruchte und in Baurecht erworbene Boden des Zunftrebhauses steht somit zur Hälfte im Eigentum der Gemeinde Visperterminen und zur anderen im Eigentum der Burgergemeinde Visp. Das abgeänderte Baugesuch wurde in der Folge bei den Gemeinden aufgelegt und von diesen mit einer positiven Vormeinung an die kantonale Baukommission weitergeleitet. Das Gesuch erschien im kantonalen Amtsblatt Nr. 20 vom 17. Mai 2002. Mit Entscheid vom 10. Oktober 2002 wurde das Vorhaben schliesslich bewilligt. lm Frühjahr 2003 konnte mit dem Bau begonnen werden. Ende Juli 2003 war der Rohbau durch die Baufirma Regotz und Furrer AG erstellt. Während des Sommers und anfangs Herbst 2003 wurde viel Fronarbeit durch die Zunftmitglieder, unter der Bauleitung des Mechtrals Medard Furrer, geleistet, so dass am 12. September 2003 das Aufrichtefest mit den beteiligten Baufirmen und den Hauptsponsoren gefeiert werden konnte. Nach weiteren vielen Fein- und Fronarbeiten, wobei immer wieder Medi im Einsatz stand, konnten die Zunftmitglieder und alle Sponsoren sowie die Vertreter der Bodeneigentümer auf den 21. August 2004 zur Einweihung des Rebhauses geladen werden. Das Zunftrebhaus steht heute allen Zunftmitgliedern zur Verfügung, allerdings nur unter der Bedingung, dass mindestens ein Zunftmitglied während des Anlasses anwesend ist. Eine ,Vermietung' zu kommerziellen Zwecken ist gemäss Zunftratsbeschluss nicht erwünscht. Wünschenswert ist dagegen, dass der beim Rebhaus kredenzte Wein aus der St. Jodernkellerei stammt.

Anlässlich der Zunftversammlung 2006 haben sich mehrere Zunftmitglieder spontan bereit erklärt, Tische für den Vorplatz des Zunftrebhaus zu sponsoren. Inzwischen stehen vor dem Zunfthaus ein Aargauer/Solothurner Tisch, ein Zürcher Tisch, ein Saaser Tisch, ein Zermatter Tisch und schliesslich ein Tisch der Bank Credit Suisse/Versicherung Mobiliar.

                                                            Äs isch de wäärli kei leida,
                                                            iischa Heida!
                                                            Aber in gfeerliche Purscht
                                                            ischt z gross diina Durscht!
                                                            Triich nu nid z gschwind,
                                                            blibscht öü niechter im Grind,
                                                            ds Gibeits fât a in du Bei:
                                                            Geischt glänggundu Hei.*

 

G)   Batillu-Ordu

Anlässlich der Zunftversammlung 2004 wurden die ausscheidenden Zunftratsmitglieder, Zunftmeister Oswald Gottsponer und Mechtral Medard Furrer von der Versammlung spontan für die Ernennung zu Ehrenmitgliedern vorgeschlagen. Da die Satzungen der Heida Zunft keine Ehrenmitgliedschaft kennt, musste zunächst eine entsprechende Umschreibung gefunden werden. Der damalige Zunftrat entschied für die Ehrenmitgliedschaft den Begriff ,Batillu-Ordu' einzuführen. Personen, die sich durch Leistungen der Heida Zunft gegenüber besonders verdient gemacht haben, werden somit in Zukunft in den ‚Batillu-Ordu‘ aufgenommen, und sie erhalten einen zusätzlichen Rebstock im Himmlrich. An der Zunftversammlung vom 29. Oktober 2005 wurden Oswald als alt Zunftmeister und Medard als alt Mechtral als erste Mitglieder rückwirkend auf die Zunftversammlung 2004 in den Batillu-Ordu aufgenommen. Ihnen wurde bei dieser Gelegenheit die ersten Batillen und die Rebschere übergeben.

                                                            Pass üüf, bim erschtuscht Schtutz
                                                            geischt ganz sicher ubertutz
                                                            und äs rierti über ds Bort!
                                                            Macht nid,
                                                            bischt am rächtu Ort
                                                            da imbri in der Tola,
                                                            zämmunt mit andru Noola.*

 

H)   Ehrenrebstock

Nachdem die Stützmauer im Verlaufe des Jahres 2007 unterhalb der höchstgelegenen Parzelle (Himmlrich) errichtet werden konnte, wurde diese Parzelle im Frühjahr 2008 ebenfalls mit neuen Heida-Rebsetzlingen bepflanzt. Die unterste Reihe ist für den sogenannten Ehrenrebstock reserviert. Wer sich besondere Verdienste im Zusammenhang mit dem Wein erworben hat, dem will die Heida Zunft in Zukunft für ein Jahr den Ehrenrebstock verleihen. Die Rebstöcke jn den oberen Reihen sind für die Mitglieder des Batillu-Ordu‘ reserviert, wobei diese Mitglieder ihren ursprünglichen Rebstock in der Ersten oder Zweiten Zunftegga beibehalten.

Dieser kurze Überblick über den Werdegang der Heida Zunft soll mit einem Ietzten Weingedicht unseres Walliser Mundartdichters Hannes Taugwalder seinen Abschluss finden:

                                                           Wii triichu
                                                           ischt i Chunscht,
                                                           deich dra,
                                                           wenn d an d Fläscha chunnschtl
                                                           Wii müess ma zelebrieru,
                                                           mit chleinu Schluckjini guschtieru.
                                                           Nu ràcht gniessu miessu.

                                                           Nid wie d Affe nu laffu.
                                                           Chascht derna nimma schaffu!
                                                           Lâ nu uf der Zunga zerrinnu,
                                                           fer ds Bouquet
                                                           schee z gwinnu.
                                                           Und nie der Hüüfu süüfu!*

 

*(Weinsprüche und Gedichte des Walliser Mundart-Dichters Hannes Taugwalder aus: Ringel Ringel Reija mit dum Wii)

Visp/Visperterminen, im Mai 2014: Hans-Peter Kuonen, alt- Zunftmeister